Gamesberater Blog #1
+++dieser Blog ist für alle „alten Hasen“ der Gamesbranche als auch für alle Games Interessierte, die entweder neu in der Branche sind, oder aus anderen Branchen kommen, spannend+++
+++hier werden Businessaspekte, philosophisches, politisches, sozial und kulturell relevantes zum Thema Games mit regelmäßigen Beiträgen beleuchtet+++
+++aus Sicht eines Unternehmensberaters, der sich jetzt auf dieses boomende Geschäftsgebiet spezialisiert hat, und sich auch aus persönlichen Gründen (2 Kinder im besten gamer Alter) für die Zukunft der Games Entwicklung interessiert+++
Games (Computerspiele, ich lernte Sie noch als Videospiele kennen) sind in aller Munde.
Von Krankenkassen über die großen Verlage, Internetportale und natürlich Werbeagenturen, Film und Fernsehen – alle greifen einen Mastertrend unserer modernen (deutschen) Mediengesellschaft auf.
In Dt. wird zwar gerne und viel gespielt (Dt. ist Umsatzträger Nr. 1 In Europa), aber bis vor kurzem relativ wenig Produktives geleistet. Das Image von Games in der Öffentlichkeit und der Nicht-Spieler war ebenfalls bis vor sehr kurzer Zeit pauschal negativ. Alle Games (= Ego Shooter) und gamer, also die Spieler selbst, wurden über einen Kamm geschert: Unsportlich, gewaltfanatisch und total süchtig.
Das hat sich zum Glück geändert.
Jetzt hört man selbst von ambitionierten Vorstößen, wie der bayrischen Initiative zum Verbot von Killerspielen nichts mehr und Games sind laut dem deutschem Kulturrat jetzt als Kulturgut gleichberechtigt neben beispielsweise Film anerkannt.
Jedermann/ und -frau kennt inzwischen nicht-gewalttätige Spiele die Spass machen und auch älteren Semestern etwas abverlangen können, ohne zu überfordern.
Dieser Wandel ist spektakulär und vielleicht hatte ich bei meiner Arbeit als Finanzmann bei der Zeitschrift GAME FACE sogar einen kleinen Anteil daran…dazu später mehr, zunächst:
Wie komme ich zum „gamen“? (Ohne Anglizismen geht’s leider gar nicht in dieser Branche)
Die Computerspieltechnologie begegnete mir zuerst als 12-Jähriger in Form von PacMan auf einem Commodore 64. Damals habe ich mit meinen Klassenkameraden versucht PacMan mit BASIC auf diesen unglaublich unförmige IBM Kisten im „Computerraum“ der Schule nachzubauen, teils sogar mit Erfolg.
Dann ist lange wenig passiert bis ich 2002 mit dem Wunsch meiner Jungs (damals 8 und 6 Jahre alt) eine Playstation2 zu kaufen, konfrontiert wurde. Die läuft heute noch fast täglich und ständig wird nach der PS3 gefragt….
Habe eine Menge gelernt über „gute“ und „schlechte“ Games, im moralischen und spieltechnischen Sinne. Dazu später mehr in einem Blog Beitrag, in dem es speziell um Games und kids bzw. Games und Erziehung geht.
Favoriten meiner kids sind heute der FIFA Fussballmanager, GTA II und Gothic III, ich selber Spiele Overclocked, Autocrashrennen auf der PS3, wenn es geht, sowie immer wieder gruseliges PREY. Früher Sims, Civilization, Siedler und immer noch gerne offline Schach, Scrabble, Beachvolleyball, Badminton.
Soweit so gut . Warum dieser Blog??
Seit 5 Jahren als Unternehmensberater in München und Berlin tätig, habe ich mich fortschreitend auf neuen Medien und innerhalb dessen auf Games spezialisiert.
Mit Games es fing an als ich Herrn Peter Krell berlin-famous workoholic und partytiger, seines Zeichens Medienwissenschaftler mit der Mission, die deutsche Games brache zu puschen, über den Businessplanwettbewerb Berlin-Brandenburg kennen gelernt habe. Ich war und bin dort Juror und erkannte sofort: Der Mann hat Potential aber BWL - mäßig haperte es … heute noch symptomatisch für viele Kreative, gerade in Berlin. Wir haben ca. 1,5 Jahre bei der Herausgabe des Magazins GAME FACE zusammen gearbeitet, ich im backoffice, Vertrieb, Distribution, Finanzierung, Fundraising. Es war nicht immer einfach aber ich habe viel über die Industrie gelernt.
Inzwischen betreue ich mehrere Projekte im Games Bereich: Eine PC - family entertainment Entwicklung und eine Technologieplatformentwicklung. Und bin dieses Jahr als Referent auf der Quo Vadis in Berlin vertreten. Wieder geht es um Finanzierung, Organisation, Projektmanagement, Team-Bildung…
Heute hier erstmal soviel: Ich bin, ohne selber besonders viel zu „zocken“, ganz schwer davon überzeugt, das Games eine ganz entscheidende Rolle spielen werden, wie wir in Zukunft:
- Leute kennen lernen
- Lernen
- Informationen abrufen
- mit Medien umgehen
- im Internet surfen
- mit elektronischen Geräten umgehen
- unsere Reisen planen
- unseren Job machen
Und noch vieles mehr…
Ich habe auch schon die Behauptung gehört, das Games unser Wahrnehmungsvermögen verändern … dass überlasse ich dann doch lieber den kognitiven Psychologen.
Das soll ein Anfang sein, hier wird regelmäßig zu den medientechnischen/ ökonomischen/ politischen/ kulturellen Fragestellungen rund um Games debattiert und bestimm auch die ein oder andere provokative These in den Raum geworfen.
Bis dann, Euer Gamesberater


